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Untergrundspeicher — Risikobewertung

Im Integrierten Energie- und Klima­pro­gramm (IEKP) der Bundes­re­gierung von 2007 wurde für 2020 ein Anteil von 30% regene­ra­tiven Energien an der Strom­erzeugung gefordert und mit der erreichten Marke von 45% sogar übertroffen. Die elektro­ly­tische Erzeugung von Wasser­stoff und anteilige Einspeisung in das Erdgasnetz (Power to Gas) ist eine Möglichkeit der Speicherung von überschüs­siger Energie aus erneu­er­baren Quellen. Bereits jetzt ist nach DVGW Richt­linie G 262 ein maximaler Volumen­anteil von 5% Wasser­stoff im Erdgasnetz regel­konform. Aktuell sind höhere Obergrenzen in der Diskussion, im Rahmen des Innova­ti­ons­pro­jektes „20 Prozent Wasser­stoff im Gasnetz“ wurde diese Grenze bereits erfolg­reich vervierfacht.

Auf mikro­biell bedingte technische Risiken, die mit einer antei­ligen Wasser­stoff­ein­speisung in Unter­grund­speicher verbunden sind, wurde bereits in mehreren Studien hinge­wiesen. Dieser Proble­matik trägt die MicroPro GmbH mit der Entwicklung eines Monitoring-Verfahrens zur mikro­bio­lo­gi­schen Risiko­be­wertung der Wasser­stoff­spei­cherung Rechnung. Diese Risiko­be­wertung umfasst aussa­ge­kräftige chemische, mikro­bio­lo­gische und moleku­lar­bio­lo­gische Analysen, die unter streng ökono­mi­schen und praxis­re­le­vanten Gesichts­punkten zusam­men­ge­stellt wurden.

Mikrobiologische Risikobewertung

  • Aktueller Besied­lungsgrad des Untergrundspeichers
  • Gefähr­dungs­po­tential durch wasser­stoff­ver­wer­tende Mikroorganismen
  • Bewertung des techni­schen und ökono­mi­schen Risikos
  • Vorbeugungs- und Behandlungsstrategien

Weitere Informationen

Für eine umfas­sende mikro­bio­lo­gische Speicher­cha­rak­te­ri­sierung werden die Vorteile verschie­dener Analy­se­tech­niken kombi­niert. Neben der moleku­lar­bio­lo­gi­schen Identi­fi­zierung relevanter Mikro­or­ga­nis­men­gruppen hat sich der Nachweis lebender Mikro­or­ga­nismen in Anrei­che­rungs­kul­turen als sehr aussa­ge­kräftig erwiesen. Mit diesen Anrei­che­rungen kann das Risiko­po­tential in Modell­ver­suchen unter den konkreten Speicher­be­din­gungen abgeschätzt werden.

Die Risikobewertung umfasst die folgenden Untersuchungen an Speicherproben

  • Mikro­sko­pische Begutachtung
  • Physikalisch/chemische Analysen
  • Moleku­lar­bio­lo­gi­scher Nachweis relevanter Mikroorganismengruppen
  • Anrei­cherung und Charak­te­ri­sierung von lebenden Mikroorganismen
  • Modell­ver­suche unter Hochdruckbedingungen
  • Testung von Behand­lungs­stra­tegien zur Bekämpfung von Bakterien

Neben den eigent­lichen Labor­ana­lysen ist für die Objekt­be­wertung eine umfas­sende Kenntnis der Anlagen­his­torie und der Betriebs­ab­läufe erforderlich.