Zurück zu Verfahren

H₂S-Entfernung aus Biogas

Die MicroPro GmbH hat ein effek­tives biolo­gi­sches Verfahren zur Entfernung von Schwe­fel­was­ser­stoff (H2S) aus Deponie- und Biogas entwickelt.

Vorteile des Verfahrens:

  • effizient durch Reduzierung des H2S-Gehaltes um weit über 90 % unabhängig von der Eingangs­kon­zen­tration (100 – 5.000 ppm)
  • sauber, da kein Eintrag von Luft oder Sauer­stoff ins Biogas erfolgt
  • kosten­günstig durch Kombi­nation von chemi­scher Wäsche und biolo­gi­scher Oxidation
  • flexibel, da schwan­kende Schwe­fel­frachten chemisch gepuffert werden

Das patentierte Verfahren beruht auf dem Wäscherprinzip:

  • Das H2S-haltige Biogas wird durch eine Wasch­ko­lonne geführt, in der das H2S von einer eisen­hal­tigen Lösung absor­biert wird. Dieser Reini­gungs­prozess ist hochef­fi­zient und sicher. Das gerei­nigte Biogas verlässt die Wasch­ko­lonne mit Restge­halten von weniger als 50 ppm H2S. Eine nachteilige Verän­derung der Biogas­zu­sam­men­setzung erfolgt nicht, da keinerlei zusätz­liche Gase (Luft, Sauer­stoff) einge­tragen werden.
  • Die beladene Wasch­lösung zirku­liert in eine zweite Kolonne, in der eine biolo­gische Regene­ration statt­findet. Das in der Wasch­ko­lonne gebundene Sulfid wird hier biolo­gisch zu Sulfat oxidiert. Die mit Sulfat angerei­cherte Wasch­lösung kann konti­nu­ierlich oder zyklisch ausge­schleust und mit dem Gärrest für Düngungs­zwecke weiter­ver­wendet werden.

Weitere Informationen

Beim anaeroben Abbau von organi­schem Material werden Kohlenstoff‑, Stickstoff- und Schwe­fel­be­stand­teile von Mikro­or­ga­nismen in gasförmige Stoff­wech­sel­pro­dukte umgewandelt und freige­setzt. Die Endpro­dukte dieser Umset­zungen sind Methan, Kohlen­dioxid, Ammoniak, moleku­larer Stick­stoff und Schwe­fel­was­ser­stoff. Methan bildet mit Volumen­an­teilen zwischen 50 und 75 % den Haupt­be­standteil des entste­henden Misch­gases. Als Biogas wird dieses Mischgas daher technisch u. a. in Block­heiz­kraft­werken als Brenn­stoff genutzt. Proble­ma­tisch für die technische Nutzung ist Schwe­fel­was­ser­stoff, dessen Anteil im Biogas bis zu 5.000 ppm betragen kann. Diese Kompo­nente ist sowohl hochto­xisch als auch aufgrund ihrer korro­si­ons­för­dernden Eigen­schaft in techni­schen Prozessen unerwünscht. Vor der Nutzung von Biogas zur Strom- und Wärmerzeugung oder zur Einspeisung in das Erdgasnetz muss der Schwe­fel­was­ser­stoff­anteil daher aus dem Biogas entfernt werden.

Das Prinzip der Anlage beruht auf einer chemi­schen Bindung des H2S an eine eisen­haltige Wasch­flüs­sigkeit mit einer nachfol­genden biolo­gi­schen Regene­ration. Die Wasch­flüs­sigkeit ist mit Mineral­salzen versetzt und bildet gleich­zeitig als Nährlösung die Wachs­tums­grundlage für die einge­setzten Mikroorganismen.

Die Anlage besteht aus zwei getrennten Reakti­ons­räumen, durch die die Nährlösung permanent zirku­liert. Die beiden Reaktionen, chemische Absorption und biolo­gische Regene­ration, laufen in den beiden Reakti­ons­räumen parallel jedoch räumlich getrennt ab. Eine Vermi­schung des sauer­stoff­armen Biogases mit Luftsauer­stoff findet daher nicht statt.

Der Wasch­be­hälter wird mit Biogas durch­strömt. Hier läuft die Sorption des H2S ab. Das entste­hende Eisen­sulfid zirku­liert mit dem Nährmedium in den zweiten Reaktor, den Regene­ra­ti­ons­be­hälter, der mit Aufwuchs­körpern gefüllt und mit Luft durch­strömt wird. Hier findet die biolo­gische Oxidation des gebun­denen Schwefels statt.

Die Wasch­flüs­sigkeit wird mit Mikro­or­ga­nismen beimpft, die durch biolo­gische Oxidation Schwe­fel­säure produ­zieren. Die gebil­deten löslichen Endpro­dukte der biolo­gi­schen Oxidation können ausge­schleust und problemlos mit dem Gärrest weiter­ver­wendet werden.

Neben Schwe­fel­was­ser­stoff wird auch Ammoniak in der Wasch­flüs­sigkeit zurückgehalten.